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Tag 14: Schlüterhütte bis Puezhütte

Nachdem wir die letzten drei Tage traumhaftes Wetter hatten, war der heutige Morgen leider das Gegenteil davon. Als wir nach dem Aufstehen aus dem Fenster geschaut haben, konnten wir maximal 10 Meter weit schauen, da es so neblig war. Nichts desto trotz und in der Hoffnung, dass das Wetter im Laufe des Tages noch besser werden wird, haben wir uns auf den Weg zur Puezhütte gemacht. Dise liegt unterhalb der Puezgruppe. Nach dem gestrigen Feiertag „Ferragosto“ (Mariä Himmelfahrt) sind wir ganz froh, wieder in eine etwas ruhigere und weniger überlaufene Gegend zu kommen.

Zu viert sind wir heute wieder Richtung Süden aufgebrochen. Vor allem aber führte uns der Weg heute an den Rand Puez-Gruppe. Zunächst hatten wir einen kleinen Aufstieg zum Kamm Sobutsch-Medalges zu bewältigen, von wo man bei gutem Wetter einen fantastischen Blick über die Dolomiten und zurück bis zu den Zillertaler Alpen hat. Leider hatten wir dieses Glück nicht und konnten uns dieses tolle Bild nur in unseren Gedanken ausmalen. Lediglich für ein paar Sekunden lichteten sich die Wolken und wir konnten einen kleinen Teil des Panoramas sehen.

Weiter ging es hinab zur wunderschön gelegenen Medalges-Alm, bei der wir ein paar Leute getroffen haben, die wir schon von unserem vorherigen Weg kannten. An dieser Stelle hatten wir nun unseren tiefsten Punkt für heute erreicht und folgten einem schmalen Trampelpfad über Wiesen, Geröllfelder und Kuhweiden den Berg hinauf. Während sich die einen Kühe liebevoll abschleckten, versperrte uns manch andere Kuh den Weg. Aber auch diese Aufgabe haben wir mit Erfolg meistern können und konnten weiter in Richtung Roa-Scharte aufsteigen.

Die Sonne hat es leider noch immer nicht durch die dicke Wolkendecke geschafft. Uns blieb also nichts anderes übrig, als auf eine schöne Aussicht weiter oben zu hoffen. Nach gut 300 Höhenmetern Aufstieg haben wir dann ein großes Geröllfeld erreicht, in welchem uns der Weg in engen Kehren nach oben führte.

Während den letzten 200 Höhenmetern mussten wir genau darauf achten, wo wir unsere Füße platzieren, denn das Schotterfeld war sehr steil und enorm rutschig. Außerdem war es wichtig, für Wanderer die hinter uns waren, Steinschläge zu verhindern. Während diesem Anstieg hat Moritz sogar einen Stein (Dolomit) gefunden, in dem der Negativabdruck eines Fossils (Ammonit) war. Leider war der Stein zu groß und zu schwer und wir mussten ihn dort liegen lassen. Kurz bevor wir die Scharte erreicht hatten, hat sich für einen kurzen Moment der Himmel aufgetan und wir bekamen einen tollen Blick auf die atemberaubende Kulisse, die inzwischen hinter uns lag.

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Oben angekommen mussten wir uns zwischen zwei Varianten entscheiden. Entweder der etwas einfachere aber längere Weg oder der schnellere aber gefährlichere Weg über die Nives-Scharte. Aufgrund der dunklen Regenwolken haben wir uns für die sicherere Variante entschieden, die aber nicht weniger spektakulär war, was die Aussicht betraf.

Wir sind zunächst knapp 150 Höhenmeter abgestiegen, die wir dann auf der anderen Seite des uns umgebenden Kessels wieder aufgestiegen sind. Oben angekommen wurden wir mit einer grandiosen Aussicht und sogar ein paar Sonnenstrahlen belohnt. Der Weg führte weiter, teils an mit Stahlseil versicherten Stellen, über einen Grat auf ein Hochplateau. Von dort hatten wir eine wunderbare Aussicht auf die scheinbar unendlichen und gigantischen Dolomiten, die wir in den nächsten Tagen durchqueren werden. Nach einer kleinen Fotopause traten wir den letzten Abstieg für heute an. Spätestens jetzt waren wir auf der richtigen Seite des Berges und die Sonne lachte uns ins Gesicht.

 

Der Weg führte uns nun über grüne, saftige Wiesen hinunter in eine Senke, in der Schafe glücklich in der Sonne standen und grasten. Nach etwa 20 Minuten trafen wir dann wieder auf den regulären Weg, der über die Nives-Scharte führte. Uns trennte jetzt nur noch eine knappe halbe Stunde von unserem heutigen Etappenziel, der Puezhütte. Ein kleiner Weg führte uns ein letztes mal in einem sanften Anstieg am Berg entlang zu der Hütte. Da der Weg nicht sonderlich anspruchsvoll war, konnten wir nun die Aussicht beim Wandern genießen. An der Hütte angekommen, hatten wir von der Sonnenterrasse einen genialen Blick auf den Piz Boé, den wir morgen besteigen werden. Mit seinen 3152 m ist er der höchste Punkt und gleichzeitig unser erster 3000er, den wir auf unserer Alpenüberquerung besteigen werden. Wir sind schon sehr gespannt, was uns morgen dort oben erwarten wird.

Tourdaten zur vierzehnten Etappe

   
Ort:

Streckenlänge:
Höhenmeter:
Reine Gehzeit:
Schlüterhütte bis Puezhütte12 km740 m / 560 m5:00 h


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